Der Druckwasser-Drehkran

Drehkran mit Prüfgewicht
Der mit Druckwasser betriebene Druckwasser-Drehkran wurde 1899 in Betrieb genommen. Erbaut wurde er von der Firma Carl Hoppe aus Berlin. Die Originalbaupläne sind noch vorhanden. Betrieben wurde der Kran vom zentralen Maschinenhaus, der sogenannten Druckwasser-Zentrale Altes Kraftwerk.

Das Kraftwerk versorgte über ein Hydraulik-Druckwasser-System die maschinellen Anlagen der ersten Kaiserschleuse (Drehtore, Schiebeponton, Schutzverschlüsse, Spille und Brücken) und auch den Drehkran.

Die Einführung der Hydraulik war eine wichtige technische Neuerung für den Hafen im Schiffahrtsbereich. Der Druckwasser-Drehkran wurde vor allem für besonders schwere Lasten verwendet, da die ladenden Dampfer eigenes Ladegeschirr hatten. Wegen dieser Funktion war er mit einer Tragfähigkeit von 30 t ausgestattet.

In den 50er Jahren wurde der Kran auf Elektrobetrieb umgerüstet und diente danach u. a. Transporten von Maschinenteilen für die technischen Betriebe des Hansestadt Bremischen Amtes. 1983 wurde der Betrieb eingestellt, da er aber nicht im Wege stand, wurde er nicht abgerissen. Der alte Hydraulikkran ist seit dem 20. Juni 1984 unter Denkmalschutz gestellt. Der Förderverein „Maritimer Denkmalschutz e.V.“ bemühte sich den einzigen noch erhaltenen Druckwasser-Drehkran vor dem endgültigen Verfall der Nachwelt zu erhalten.

Kran vorher

Vor der Restaurierung

Nach der Restaurierung

Mit Hilfe des Hansestadt Bremischen Amtes Bremerhaven (HBA) (heute bremenports), der Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft Bremerhaven mbH. (BQGB), dem Arbeitsamt Bremerhaven, dem Landesamt für Denkmalpflege und der Stiftung Wohnliche Stadt gelang es dem Förderverein einen Großteil der Kosten für die Sanierung von rund 320.000 DM aufzubringen.

Kran eingerüstet
Im September 1996 konnten die Restaurierungsarbeiten des alten Hafenkrans beginnen. Während der Wintermonate verschwand der Kran in einem aufwendigen Gerüstbau unter einer Plane. Im Juli 1997 waren die Arbeiten an dem völlig restaurierten Kran abgeschlossen.

Die Arbeiten wurden von einem zwölfköpfigen Spezialteam der Motorenwerke Bremerhaven (MWB) ausgeführt, das von der BQGB bis Ende 1996 beruflich aufgefangen werden konnte.

Nachdem der Rost mit Strahlgut von den Eisenteilen entfernt war, wurde erst klar, was alles erneuert werden musste: die Außenhaut aus Wellblech, die Fenster, Flurplatten und Teile der Innenverkleidung. Die Winde und Elektromotoren wurden generalüberholt. Der Sockel wurde teilweise neu verklinkert und ausgebessert.

Bemerkenswert ist das große Engagement des Teams von der BQGB, das die Kransanierung kostenlos geplant, kalkuliert und ab September 1996 bis Juli 1997 den Kran voll funktionsfähig restauriert hat. Die Unterhaltung des Kranes wird seit dieser Zeit von unseren ehrenamtlichen durchgeführt.

Der „Alte Hafenkran“ wurde dem 1. Vorsitzenden des Förderverein „Maritimer Denkmalschutz e.V.“ Ulfert Kaltenstein am 17. April 1998 durch den Hafensenator Uwe Beckmeyer in Obhut gegeben. Eigentümer dieses maritimen Denkmals bleibt weiter die Freie Hansestadt Bremen.

Sein Standort ist unverändert auf der Insel zwischen der ehemaligen Kaiserschleuse und dem „Alten Kraftwerk“ an der Westseite des Kaiserhafens I.

Besichtigungszeiten: Wegen der Baustelle Kaiserschleuse sind Besichtigungen zur Zeit nicht möglich.

Der Druckwasserdrehkran ist seit Mai 2007 auch als Kartonmodellbau-Bogen im Maritimshop Roter Sand erhältlich. Infos unter www.maritimshop-roter-sand.de/modellbau.html .

Fotos: Gottfried Hilgerdenaar, Manfred Schüler u. A.